Trichoderma-Impfpaste für die biologische Kontrolle von Innenholzfäule-Erregern

Christoph Friedli

Geschäftsführer Impregna GmbH

«Wir freuen uns, zusammen mit der MycoSolutions an einer biologischen Lösung für die Holzmastenprobleme zu arbeiten. Unsere Kunden haben grosses Interesse, die Standdauer ihrer Holzmasten zu verlängern und damit Kosten zu sparen.»

Grosser Aufwand für den Ersatz eines Holzmastens

Seit 1946 führt Impregna GmbH werterhaltende und anspruchsvolle Unterhaltsarbeiten für Mastenbetreiber durch, wie z.B. für Elektrizitätswerke, Stadtwerke, Swisscom, u.a.

Für eine optimale Lebensdauer der Holzmasten ist die periodische Nachimprägnierung des Mastfusses notwendig. Diese vorbeugende Schutzmassnahme ist erforderlich, da die Schutzmittel der Grundimprägnierung im Verlaufe der Jahre ausgelaugt werden. Aufgrund der ökotoxikologischen Einschränkungen musste die Nachimprägnierung seit 2016 vollends eingestellt werden, obwohl der Bedarf nach wie vor in vollem Umfange vorhanden ist. Der Ersatz eines faulen Holzmastens ist aufwändig: Kunden informieren, Strom abstellen, Standsicherheit überprüfen, anschliessend Masten mit Maschinen oder auch teilweise von Hand ausgraben und den neuen Masten setzen und wieder in Betrieb nehmen.

In einem gemeinsamen Innosuisse-Projekt forscht die EMPA in St. Gallen an einer biologischen Impfpaste, die in Holzmasten mit Pilzfrühbefall eingebracht und das Wachstum von Schädlingspilzen stoppen soll. Dafür werden Mastenabschnitte aus der ganzen Schweiz auf ihre Innenfäule-Erreger hin untersucht. In anschliessenden Tests wird im Labor sowie in Feldtests ab Ende 2021 Trichoderma gegen all diese Innenfäule-Erreger getestet. Das bewährte Impfstich-Gerät wird überarbeitet und den neuen Bedürfnissen angepasst. Die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse über die Wirksamkeit der Impfpaste sind ab 2023/24 zu erwarten.