Erfolgreiche Schnittwunden-Behandlung mit Trichoderma

In einer Dissertation wurde untersucht in wie fern Schnittwunden an Bäumen durch eine Behandlung mit Trichoderma in ihrem Wundverschluss beeinflusst und vor einer Infektion durch Pathogene geschützt werden können.

An 159 Laubbäumen der Gattungen Ahorn, Eiche, Linde und Pappel wurden 1431 Schnittwunden durchgeführt, welche einen mittleren Durchmesser von 6.4 cm betrugen. Zwei Mal wurde Trichoderma, mit einem Abstand von 4 Wochen, auf die Hälfte der Schnittwunden aufgetragen. Der Rest der Schnittwunden diente als Kontrolle. 3 Wochen nach der Trichoderma-Behandlung wurden alle Schnittwunden mit jeweils einem Schadpilz (Zottiger Schillerporling, Wulstiger Lackporling, Schuppiger Porling) künstlich infiziert. Dabei war die Konzentration des Schaderregers bei der Infizierung bedeutend höher als die normal in der Natur vorkommende Konzentration. In verschiedenen Zeitabständen (von 2 Monaten bis zu 30 Monaten) wurden Holzproben aus den Wunden entnommen und auf Wundverschluss, Vorhandensein des Schadpilzes und Vorhandensein von Trichoderma untersucht.

Dabei konnte festgestellt werden:

  • Trichoderma hatte keinen Einfluss (weder positiv noch negativ) auf den Wundverschluss sowie auf das Kambium der verschiedenen Baumarten
  • Noch nach 2.5 Jahren konnte Trichoderma auf den Schnittwunden gefunden werden.
  • Trichoderma kommt hauptsächlich im ersten Zentimeter von Schnittwunden vor.
  • Trichoderma besiedelte hauptsächlich das Splintholz.
  • Je größer die Wundfläche war, desto größer war auch die Ausdehnung der Holzverfärbung.
  • Trichoderma reduzierte das Ausmass der Holzverfärbung und die Besiedlung von Schadpilzen signifikant. Dabei konnte im Mittel die Besiedlung der Schadpilze um 82.4% reduziert werden. Im Fall vom Zottigen Schillerporling lag die Befallsreduzierung sogar bei 93.7%.

Die Ergebnisse zeigen, dass Trichoderma unabhängig von der Baumart, erfolgreich Schnittwunden besiedeln und dem Schaderreger die Möglichkeit nehmen kann, diesen Raum ebenfalls zu besiedeln. Insbesondere eine präventive Anwendung von Trichoderma auf frisch erfolgten Schnittwunden scheint besonders vielversprechend und nachhaltig zu sein.

Abb. 1: Schnittwundenbehandlung mit Trichoderma